Der Carolinen-Pokal

Ein spannender Wettkampf mit überraschendem Sieg

"Allen klar, die einzige Dame im Feld hat sich durchgesetzt und das ist vom Restaurant Tomatissimo Elisa Klötzer."  

Ich nähere mich dem Ende meiner Ausbildung zur Köchin und es wird nochmal spannend. Für alle Azubis im dritten Lehrjahr gibt es einen Wettbewerb: Der Carolinen-Pokal. Im Herbst letzten Jahres begann dieser mit einer Vorentscheidung. Innerhalb einer Stunde sollten wir ein warmes, saisonales Zwischengericht mit Kartoffel und Kürbis kochen. Von zweifarbigen Kartoffelpürees, Kürbisravioli, über Fisch mit Kartoffelschuppen und Kürbissüppchen war alles dabei. Mein Gericht bestand aus Kartoffelravioli, einer Backpflaumen-Speckfüllung, Walnussbutter und eingelegtem Kürbis. Zusätzlich absolvierten wir eine Theorieprüfung, Warenerkennung inbegriffen. 21 Azubis nahmen an der Vorentscheidung Teil, 8 kamen weiter und ich war einer davon.

Knapp drei Wochen vor dem eigentlichen Wettbewerb bekamen wir die Aufgabenstellung. Vorgegeben waren Fingerfood, als Vorspeise Suppe, danach ein warmes Zwischengericht mit Garnelen und Lachs, im Hauptgang Lamm und ein Dessert mit Mango und weißer Schokolade. Los gingen die Vorbereitungen: Ein Menü schreiben und zur Probe kochen, Arbeitsabläufe festlegen und Rezepturen festhalten. Ich habe noch nie ein komplettes Menü alleine geschrieben und gekocht. Das war echt ein tolle Erfahrung. Eine Woche vorher hatten wir wieder die Theorieprüfung und mussten unsere Ausarbeitungen abgeben.

Der Tag des Wettbewerbes

Am Tag des Wettbewerbes durften wir ab halb eins unsere Arbeitsplätze einrichten. Jeder hatte sein eigenes Equipment (Schalen, Töpfe, Pfannen, etc.) und die individuellen Zutaten dabei. Schwer beladen machten wir uns morgens auf den Weg. Um viertel vor zwei fingen wir an zu kochen. Bis zum Fingerfood hatten wir knapp dreieinhalb Stunden Zeit. Die nächsten Gänge folgten im 20-30 Minutentakt.

 

Mit acht Leuten in einer Küche acht verschiedene Menüs zu kochen war abenteuerlich. Ich weiß gar nicht wie oft ich in jemanden reingerannt bin, versehentlich die Herdplatte geklaut habe oder auf einmal fremde Kochutensilien auf meinem Posten wiederfand. 30 Gäste, darunter auch mein Vater kamen zum essen. Jeweils zwei Teller gingen jedes Mal an die Prüfer. Topinambursuppe mit geräuchertem Popcorn und Basilikumöl. Lachsravioli mit Muschelsafransoße und pochiertem Lachs. Lammrücken, mit Granatapfeljus, gerösteten Rübchen und Nusscouscous. Weißes Schokoladensouffle mit Mangoragout und Kaffeschaum. Das war mein Menü.

 

Um 19.30 wurde das Dessert angerichtet. Danach waren wir fertig. Fix und fertig trifft es wohl eher und standen vor einer nicht wirklich als Küche wiedererkennbaren Ansammlung von dreckigen Equipment und Überresten unserer Menüs. Also wurde aufgeräumt und wir konnten uns die Ergebnisse der anderen angucken. Es war Zeit für die Preisverleihung und ich muss sagen ich war ziemlich eingeschüchtert, nachdem ich die Gerichte der anderen gesehen hatte. Als dann mein Name fiel, konnte ich es kaum glauben. Ich hatte beim Carolinen-Pokal doch wirklich den ersten Platz gemacht.

Für die ersten drei geht es weiter in die Bezirksmeisterschaften und ich nehme zusätzlich bei der NRW-Ausscheidung für den Rudolf-Achenbach-Preis teil. Außerdem darf ich ein Praktikum bei Sven Elverfeld im Sternerestaurant Aqua machen. Ich bin gespannt, was mich noch erwartet.

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Kommentare: 2
  • #1

    Yvonne (Samstag, 02 März 2019 17:46)

    Herzlichen Glückwunsch Elisa! Ich liebe deinen Blog fast so sehr wie Nachtisch :) und das soll was heißen!! Mach weiter so!

  • #2

    onkel A (Samstag, 22 Juni 2019 19:55)

    this is the beginning of a beautiful friendship.
    ganz großes kino, tolle auszeichnung.
    ,mit liebe zubereites schlägt den besten sternenhimmel. leidenschaft ist offensichtlich der beste koch.
    viel efolg.