New-York

Essen in New York

Die Essenszene in New York ist anders. Es ist dunkel, meist viel zu laut und viel zu kalt in den Restaurants. Gegessen wird schnell, denn der nächste Tisch wartet bereits. Und der Hauptteil wird sowieso to-go verzehrt. Essen ist keine Sache für die sich die Newyorker viel Zeit nehmen und doch ist die kulinarische Vielfalt nicht zu kurz gekommen. In New York gibt es nämlich so ziemlich alles.
An unserem Ankunftstag, jetlagged und übermüdet, hat uns das Bocce den Abend gerettet. Direkt am Union Square gelegen in einem offenen Sandsteingebäude, gibt es frische Steinofenpizzen, Salate und super fluffiges Brot. Wie beim Tapas essen werden alle Speisen wahllos auf den Tisch gestellt und es wird geteilt. Dieses Konzept ist im übrigen in vielen Restaurants New Yorks so. Im Bocce hat es uns so gut gefallen, dass wir am letzten Abend nochmal dort waren. 
Der Streetfoodmarket Smorgasburg liegt in Brooklyn direkt am Wasser mit Blick auf Manhattan. Es ist ein Junkfood Paradies. Von Ramenburger, über Pulled Pork, frittierten Keksteig und Spaghetti-Donuts. Dort findet man alle neusten Essenstrends. Streetfood verkörpert schnelles, einfaches Essen. Der Hauptteil wird auf umfunktionierten Regenrinnen oder Ölfässern zubereitet- leicht und lecker. Mein Vater hat sich sofort auf die Hühnerherzspieße gestürzt, ich wählte einen veganen Bürger mit Guakamole, gerösteter Aubergine.
Auch in Brooklyn anzutreffen ist die Milk Bar- eine Pattisserie/ Bäckerei, von der so ziemlich alle New Yorker grade ihre Geburtstsagstorten bestellen. Berühmt als ,,Happy Mistakes“ kreiert Christina Tosi Dinge wie Kornflakesmilch-Eis (aus der Milch von Cornflakes), Crack-Pie (ein undefinierbarer, klebrig, süßer Pie), Torten ohne Glasur oder den Compost Cookie (Abfall-Keks), welcher aus Chips, Marshmellos, Schokolade und Brezeln besteht. Tosi‘s Idee hinter den Torten ohne Glasur ist einfach: Die Füllung ist das beste, warum sollte man eine überflüssige Glasur draufmachen?
Der Chelsea Market ist im Meatpacking District New Yorks. In der alten Halle einer Keksfabrik gibt es verschiedene Restaurants und Essenstände. Auch Seed and Mill ist dort anzutreffen,ein kleines Unternehmen, das aus Sesam frisches Tahini und super leckeres Halva macht. Halva ist ein Dessert aus Jerusalem, bei dem Tahini und Zucker solange gerührt werden, bis eine krokantartige Konsistenz entsteht. Und wer es feiner mag, kann an der riesigen Austernbar, verschiedene Austern schlürfen oder Hummer essen.    
 Die ABC-Kitchen gibt es sowohl in der veganen/vegetarischen als auch in der newyorker Version. Der Schwerpunkt liegt auf frischen Zutaten vom Markt und einer leicht französisch angehauchten Küche. Die Gerichte sind puristisch und gerade deswegen so genial. Geröstetes Gemüse mit Rhabarber und Ricottacreme, Maishähnchen in Bierteig mit frischen Spinat und Zitronenbutter oder Hummer frischen Kräutern gedämpft. Und als krönender Abschluss ein salziges Karamelleis mit Kramellpopcorn, Karamellschokoladensauce und Sahne.

Im Candle 97 lässt man sich mit organischen, herben Cocktails und mexikanischen, veganen Speisen verwöhnen. Ob Plantain Chips, Guakamole und Bohnen, oder geröstete Brote mit gebratenen Pilzen, Mandeljoghurt und Kräutern, alle Gerichte waren der Hammer. Und sogar mein Vater und mein Bruder (vehemente Fleischesser) waren begeistert. Natürlich war ich hin und weg von dem Dessert, das aus einer Bananen-Erdnusscreme, gerösteter Kokosnuss und Schokolade bestand. 

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